Samstag, 26. Dezember 2015

Die Rauhnächte, ein Mysterium

Am Heiligen Abend haben die Rauhnächte begonnen. Doch was ist das eigentlich?

Nach dem Mondkalender hat ein Jahr 354 Tage. Es gibt kein Schaltjahr, also wird auch nichts ausgeglichen wie im allgemein gültigen Kalender. Es bleiben also 11 Tage oder eben 12 Nächte im Jahr übrig. Sie gehen vom 24. 12. bis 6.1. Es werden in dieser speziellen Zeit die Nächte gezählt.

Um diese Rauhnächte ranken sich viele Legenden, Erzählungen und Bräuche. Bei allem geht es aber vor allem ums in die Zukunftschauen oder um Altes zu bereinigen. Einer der bekanntesten, der auch heute noch gerne praktiziert wird, ist das Bleigiessen.

Jede der 12 Nächte steht für einen Monat. Z.B. vom 24.12. auf den 25.12. ist der Januar, vom 25.12. auf den 26.12. der Februar und so weiter.  Dies war/ist vor allem für die Bauern wichtig. Sie beobachteten das Wetter. Wenn es am 25.12. den ganzen Tag regnete, war der Monat Februar nass. Wenns nur am Morgen regnete, war nur die erste Hälfte des Monats nass. 

Früh Morgens wenn die Sonne erwacht.

Natürlich beobachtete man nicht nur das Wetter. In diesen 12 Tagen wurde alles genau unter die Lupe genommen. Wie schmeckte das Essen, gab es Streit? Am 28. Dezember und am 5. Januar hatte man dann noch eine Chance, vieles was schiefgelaufen ist an den Vortagen, wieder gut zu machen. Unter anderem machte man dies mit Rauch. Es gibt da verschiedene Düfte, die man auch miteinander mischen kann. Geeignete Räucherpflanzen zur Reinigung sind: Bartflechte, Beifuß, Engelwurz, Eschsamen, Fichtenharz, Holunder, Lavendel, Meisterwurz, Mistel und Salbei.

Auch kann man in dieser Zeit ein Traumtagebuch führen. Am besten ist, man legt es sich gleich auf den Nachttisch. Damit man sich die Träume gleich aufschreiben kann. Denn Täume sind bekanntlich Schäume. Man vergisst sie sehr schnell wieder. Auch wenn man in der Nacht einmal erwacht, sollte man das geträumte aufschreiben. In dieser Zeit soll die Seele sehr empfänglich sein was die Zukunft anbelangt. Wenn ihr diese Träume dann in einem Jahr mit dem Erlebten vergleicht, könnt ihr dann schauen, obs irgendwie passt. ;-)


So könnte doch die Wilde Jagd aussehen....
In diesen Nächten zieht auch die Wilde Jagd übers Land. Vor allem mit lautem Getöse. Manchmal auch mit lieblichem Klang, dann wird sie als gutes Omen verstanden. An der Wilden Jagd nehmen alle verlorenen Seelen teil, die vor ihrer Zeit gestorben sind. Das heisst, nicht im hohen Alter oder eines natürlichen Todes. 

Was auch ein schöner Brauch geworden ist, sind die Sternsinger. Sie ziehen von Haus zu Haus und beräuchern die Hauseingänge. Danach wir der Segen 20 C+M+B 15 (Christus segne dieses Haus) an die Türe oder den Türbalken geschrieben.

Alles in allem ein sehr spannendes Thema. Es zeigt uns, dass es mehr gibt zwischen Himmel und Erde als wir sehen und verstehen. Ich bin nun wirlich keine Esoterikerin, aber diese alten Bräuche üben schon eine gewisse Faszination auf mich aus. Das mit dem Traumtagebuch werde ich mal ausprobieren. Mal schauen, wie es sich dann im Jahresrückblick in einem Jahr ausgewirkt hat...

Nun setze ich mich noch an Karminrots Kaffeetisch und lasse Weihnachten langsam ausklingen....

Eure Gabriele


Kommentare:

  1. Hallo,
    ja die Rauhnächte, die kenne ich. Ojjee, was ich heute Nacht zusammengeträumt habe.
    Du liebe Zeit. Blei haben wir früher auch gegossen. Ach ja, das machen wir heute alles nicht mehr.
    Aber ein schöner Brauch. Für mich ist Weihnachten auch nun schon vorbei. Der Frühling ist ja schon da.
    Mit Schnee wird es wohl nix geben.

    Alles Gute und einen lieben Gruß Eva

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  2. So manches ist mir bekannt. Deine Zusammenfassung gefällt mir. Ich selber wasche in diesen 12 Tagen keine Wäsche, wegen der wilden Jagd. Nachher verfangen sich die Geister noch in meinen Bettlaken. Und das bringt Unglück. Mir passt das jedenfalls gut in den Kram.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Gewaschen wird bei mir ohne Rücksicht. Meine Waschküche ist zu klein, als dass ich 2 Wochen warten kann. Bis jetzt hatte ich immer Glück und habe die Zeit ohne Geisterbegenung überstanden.
      lg Gabriele ☼

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  3. Raunächte: Jedenfalls sind sie dunkel und lang. Erst nachher werden die Tage merklich länger. lg Regula

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  4. Das war eine informative Zusammenfassung.
    Rauhnächte, sie sind mir ein Begriff, aber ihre Bedeutung war mir nicht so klar, nun bin ich etwas schlauer, danke dafür :-)
    Liebe Grüße
    Jutta

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  5. Die Rauhnächte sind mir durchaus bekannt. Hab heuer das erste Mal das Räuchern ausprobiert. Ich hab dafür Salbei verwendet.
    Liebe Grüße aus Österreich, Gartenleidenschaft

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  6. Liebe Gabrele, das war wirklich hochinteressant, vieles davon habe ich so bisher nicht gewußt, z.B. dass jeder Tag bzw. jede Nacht für einen Monat steht... Bleigießen ist ein schöner Brauch, auch wenn bei mir immer Wale oder zerstruppelte Irgendwasse herauskommen. Der Sternsingerbrauch ist bei uns schon ziemlich verloren gegangen, es kommen zwar manchmal noch als Wiese aus dem Morgenland verkleidete Kinder, aber es wird nicht mehr gesungen, nicht geräuchert, nur noch für ein Kirchenprojekt gesammelt... aber in den letzten zwei oder drei Jahren nichtmal das ...
    Herzliche Nachweihnachtsgrüße und auch schon mal die liebsten Wünsche für einen gelungenen Rutsch ins Neue Jahr!
    XOX Traude

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    1. Bei uns kommen die Sternsinger auch nur noch in den katholischen Gegenden vorbei. Bei mir sind sie leider auch nie begegnet.
      lg Gabriele ☼

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